Kommunikationsphasen – Anschlusskommunikation

Wie schon beschrieben, verstehe ich unter Anschlusskommunikation, den Diskurs sowohl zwischen Redaktion bzw. Moderatoren und Studiogästen mit den Usern als auch unter den Usern selbst mittels der genutzten Kommunikationskanäle nach der Livesendung.

  • Blog

Entscheidendes Mittel der Anschlusskommunikation ist der Livechat, eines oder mehrerer Studiogäste mit den Usern im Anschluss an die Livesendung. Dieser findet im schon während der Sendung genutzten Diskussionstool im Blog statt. Der Studiogast stellt sich hier meist für 20 Minuten den Fragen der User. Am Folgetag wird dann das Chatprotokoll auf dem Blog veröffentlicht.

Chatprotokoll Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/page/10/

Screenshot: Chatprotokoll
Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/page/10/

[Exkurs: ZDF Mediathek

Wie praktisch jedes Format das auf einem Sender der ZDF Familie ausgestrahlt wird, ist auch ZDF login im Anschluss an die Ausstrahlung mittels Video-on-demand  in der ZDF Mediathek abrufbar.

In Abhängigkeit von der rechtlichen Lage archiviert die Mediathek jede Sendung bis zu 13 Monate.

Jeder der ZDF Digitalkanäle ZDFneo, ZDFinfo und ZDFkultur strahlt sein Programm zusätzlich live über die Mediathek aus. Das Angebot ist weltweit verfügbar.]

Neben dem Chatprotokoll wird am Folgetag neben einer zusammengefassten Version  auch die ganze Sendung mittels Embedding auf dem Blog gepostet. Diese werden vereinzelt von Usern kommentiert. Die Redaktion antwortet hier meist nicht. Diese Form der Zweitverwertung (Benjamin behandelt diese Thematik übrigens ausführlicher) ist meiner Meinung nach nur von sekundärem interesse – zumindest für aktive User, da jegliche Form der Interaktion eingebüßt wird. Anders verhält es sich natürlich für den Lean-Back-Rezipienten, welcher das Format “nur” klassisch rezipiert.

  •  Facebook /Google plus

Sowohl auf Facebook als auch auf Google plus wird am Folgetag der Sendung, meist in zwei Posts auf das Chatprotokoll auf dem Blog und die zusammengefasste Sendung in der Mediathek hingewiesen. Diese werden ähnlich wie im Blog zwar von Nutzern kommentiert aber nicht durch die Redaktion moderiert.

  •  Twitter

Seitens der Redaktion beschränkt sich die Anschlusskommunikation vor allem auf Hinweise zu Livechat und Mediathek. Interessant ist vor allem die im Vergleich zu Facebook und Google plus starke Interaktion unter den Nutzern (mittels Hashtag #zdflogin). Diese beschränkt sich zwar meist auf Einzelaussagen., d.h, dass es selten zu wirklichen Dialogen kommt.  – Dennoch lässt dies (ähnlich wie schon in Vorabkommunikation beschrieben) auf ein stärkeres Engagement der Twitter User schließen.

Quellen:

ZDF Login Facebook-Fanpage. (2012). Online in Internet. URL: https://www.facebook.com/ZDFlogin?fref=ts (Abgerufen am 19.12.12)

ZDF Login Googleplus-Account. (2012). Online in Internet. URL: https://plus.google.com/+ZDFlogin/posts (abgerufen am 19.12.12)

ZDF Login Blog. (2012). Online in Internet. URL:http://blog.zdf.de/zdflogin/  (Abgerufen am 19.12.12)

ZDF Login Twitter Account. (2012). Online in Internet. URL:https://twitter.com/ZDFlogin (Abgerufen am 19.12.12)

ZDF Mediathek. Wikipedia. (2012). Online in Internet. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/ZDFmediathek (Abgerufen am 19.12.12)

Abbildungen:

Screenshot: Chatprotokoll – Online in Internet. URL:   http://blog.zdf.de/zdflogin/page/10/ (Abgerufen am 19.12.12)

Zwischenfazit

Nach nunmehr knapp zwei Monaten des Schreibens will ich zum ersten Mal versuchen auf den Entwicklungsprozess dieses Blogs und unserer Learning Community zurückzublicken, um vielleicht schon ein erstes Zwischenfazit zu meinem Lernprozess zu verfassen.

Ein erstes Fazit:

Auf formaler Ebene erscheint mir das Bloggen bis jetzt durchaus als probates Mittel vor allem um einen Lern- und Entwicklungsprozess nach außen hin darzustellen. Das größte Problem sehe ich darin, einen Roten Faden durch das gesamte Projekt zu ziehen. Momentan empfinde ich die Arbeit eher als ein Netzwerk von verschiedenen Wissenspunkten, das es zu verknüpfen gilt. Ich versuche zwar, ähnlich wie in der mir bisher einzig bekannten Form von wissenschaftlicher Arbeit, der Hausarbeit, nach einem Konzept zu schreiben, welches sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügt, dennoch will ich auch immer wieder auf neue Eindrücke eingehen, die mir im Laufe meiner Recherchen wichtig vorkommen. Logischerweise bringt die Blogstruktur in einzelnen Artikeln dies auch so mit sich. Es wird sich zeigen in wie fern sich die einzelnen Bestandteile unserer Learnig Communnity zusammenfügen lassen.

Inhaltlich sehe ich vor allem das Problem der theoretischen Untermauerung meiner Artikel. Wir bewegen uns in einem recht neuen Feld, zu dem es praktisch noch keine oder nur sehr praxisorientierte Literatur gibt. Ich versuche daher auch eigene theoretische Überlegungen anzustellen um meine Gedankengänge zu fundieren und mich auch auf neueste Entwicklungen beziehen zu können. Ein weiteres Feld auf dem ich Unsicherheiten ausmache, ist die Stilistik, in der ich diesen Blog verfasse. Die Blogs, welche ich in meiner Freizeit konsumiere sind meist in einem zwar sachlichen, dafür aber umso journalistischen Stil verfasst. Da ich ja nun selber einen Beitrag zur Blogosphäre leiste, versuche ich natürlich mich an bekannten Beispielen zu orientieren. Doch können Blogs primär nicht wissenschaftlichen Charakters als Prototyp für einen Wissenschaftlich- orientierten Blog gelten? Für mich versuche ich eine Art Mittelweg zu gehen und eigene Meinungen klar zu kennzeichnen. Das heißt, dass ich bisher versuche Floskeln, wie man sie gerne in Hausarbeiten gebraucht zu umgehen, also ansprechend und kurzweilig zu schreiben, dabei aber den wissenschaftlichen Charakter dieses Blogs nicht zu vernachlässigen. Ob mir dies gelingt wird sich zeigen. Bisher konnte ich, wie ich finde, recht erfolgreich erste konkrete Schlüsse über mein Format ziehen. Weiterentwickeln muss ich definitiv noch die Kommunikationsphasen. Ich hoffe dann auch ein erstes richtiges inhaltliches Fazit ziehen zu können. Weiterhin interessiert mich besonders der Gedanke der Talkshow als Mittel der politischen Willensbildung. Hier werde ich sicher noch den ein oder anderen Artikel verfassen. Generell habe ich das momentan das Gefühl leider nur einen sehr kleinen Teilbereich meiner Thematik abdecken zu können. Vielleicht sollte ich noch regelmäßiger schreiben, um meinen Ansprüchen dementsprechend genügen zu können.

Intern organisieren wir unsere Learning Community über eine eigene Facebook-Gruppe. Es hat sich gezeigt, dass hier Absprachen, Neuerungen und Informationen am besten über Facebook ausgetauscht werden können, da alle Gruppenmitglieder hier in regelmäßigen Abständen nach Updates schauen. Dennoch glaube ich, dass die Kommunikation unter uns als Gruppe noch verbessert werden kann. Bisher hat sich hier neben Facebook die Kommentarfunktion unter den einzelnen Artikeln als bestes Mittel erwiesen. Ich werde versuchen dies noch zu intensivieren. Ähnlich sieht es mit der Verknüpfung unter unseren E-Portfolios aus. Zwar hat sich bis jetzt schon die ein oder andere Möglichkeit ergeben einzelne Artikel zu Verknüpfen,dies funktioniert vor allem dadurch, dass wir zu Anfang Basistheorien, die für uns alle relevant werden könnten, untereinander aufgeteilt haben, um so von den einzelnen Gegebenheiten der verschiedenen Formate zu profitieren. Bisher empfinde ich dies als effizient und Nutzenstiftend, aber durchaus auch als ausbaufähig. Da  es bisher auch recht gut mit der Vernetzung unserer Learning Community innerhalb der Artikel klappt, habe ich bis jetzt auch weitgehend auf meine anfangs erwähnte “was tun die anderen?” Sparte in jedem Artikel verzichtet.

Schließlich will ich noch kurz auf die externe Gruppenkommunikation eingehen. Die zentrale Organisation des Seminars in einer Facebookgruppe ist sicherlich kein schlechter Weg. Dennoch sind viele der Learning Communities gar nicht oder nur beschränkt einsehbar, sodass es sich als schwierig gestaltet auf andere Gruppen einzugehen bzw. andere Blogs zu kommentieren und aus einem möglichen Diskurs einen Mehrwert zu ziehen. Hier gibt es aus meiner Sicht noch einiges Verbesserungspotential.

Kommunikationsphasen – Parallelkommunikation

Bei der Parallelkommunikation handelt es sich um den Diskurs zwischen sowohl Redaktion und Usern, als auch unter den Usern selbst während der Livesendung.

Die Parallelkommunikation, also die Interaktion direkt während der Livesendung findet auf dem ZDF login Blog via Livechat statt. Dafür ist auf  dem Blog ein spezielles Diskussionstool integriert. Während der Livesendung können die User hier in Echtzeit untereinander und mit der Redaktion diskutieren. Die Ausführungen aus dem Livechat werden in der Sendung dann von der Co-Moderation an passenden Stellen eingeworfen und laufen in einem Liveticker am unteren Bildrand durch.

Duskussionstool auf dem BlogQuelle: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/ZDF.log-in/6613612/21738630/5a547f/Static-Page-log-in.html

Abb1. Screenshot: Diskussionstool auf dem Blog (nachträglich eingefügt)
Quelle: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/ZDF.log-in/6613612/21738630/5a547f/Static-Page-log-in.html

Zusätzlich werden Tweets der User, die mit dem Symbol @zdflogin oder dem Hashtag #zdflogin versehen sind am Linken bildrand als Ticker angezeigt, sodass sie mit in den Diskurs einbezogen werden können.

Am Ende der Sendung, während der Rubrik login-direkt wird auf dem Blog ein Abstimmungstool eingeblendet, welches es den Usern ermöglicht, über die von den Diskutanten abgegebenen Antworten auf die zuvor mittels Facebook, Blog, Twitter oder

Google plus gestellten Fragen, abzustimmen. Diese Abstimmung wird außerdem noch auf Facebook und Google plus vorgenommen. Der Gast, der plattformübergreifend die meisten Stimmen hinter sich vereinen konnte geht als „Gewinner“ aus der Sendung.

Während der Livesendung findet seitens der Redaktion bis zur Rubrik login-direkt keine Interaktion mit den Usern statt. Vereinzelt gibt es Kommentare einzelner User, die sich dann aber meist auf das Sendegeschehen beziehen und auf die dann ggf. andere User antworten. Die Redaktion lässt diese unkommentiert.

Wie schon oben beschrieben, wird analog zum Geschehen im Blog während der Rubrik login- direkt  eine Abstimmung über die Antworten der Diskutanten auf die zuvor von den Usern gestellten Fragen freigeschaltet

Die Livesendung wird auf Twitter durch ständig aktualisierte Tweets angereichert. Den Usern werden hier weiterführende Fragen zu Teilen der Diskussion gestellt. Prägnante Statements werden als Tweet festgehalten und Aussagen der Studiogäste kommentiert.

Wie schon oben erwähnt fließt der Diskurs auf Twitter außerdem mit in den Livechat des Blogs ein.

Der ganze Diskurs über die Sendung sowohl seitens der Redaktion, als auch seitens der User wird unter dem Hashtag #zdflogin gesammelt und ist so gebündelt aufzurufen.

Quellen:

ZDF Login Facebook-Fanpage. (2012). Online in Internet. URL: https://www.facebook.com/ZDFlogin?fref=ts (Abgerufen am 15.12.12)

ZDF Login Googleplus-Account. (2012). Online in Internet. URL: https://plus.google.com/+ZDFlogin/posts (abgerufen am 15.12.12)

ZDF Login Blog. (2012). Online in Internet. URL:http://blog.zdf.de/zdflogin/  (Abgerufen am 15.12.12)

ZDF Login Twitter Account. (2012). Online in Internet. URL:https://twitter.com/ZDFlogin (Abgerufen am 15.12.12)

Abbildungen:

Abb1. Screenshot:Diskussionstool auf dem Blog
Quelle: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/ZDF.log-in/6613612/21738630/5a547f/Static-Page-log-in.html (Abgerufen am 15.02.13)

Kommunikationsphasen – Vorabkommunikation

Im Folgenden beschreibe ich die Interaktion sowohl zwischen Usern und Redaktion, als auch die der User unter sich vor der Livesendung, anhand der von ZDF login genutzten Kommunikationskanäle .

Eine Woche vor einer neuen Sendung wird im Blog das jeweilige Thema und die dazugehörigen Gäste vorgestellt.

Abb.1 Gäste- und ThemenvorstellungQuelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/

Abb.1 Screenshot: Gäste- und Themenvorstellung (nachträglich eingefügt)
Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/

Im laufe der Woche werden dann täglich Blogeinträge zum Thema, etwa mit Hinweisen auf weiterführende Artikel ,oder kurze Einspieler, die das Thema pointiert beleuchten, eingepflegt. Unter jedem dieser Einträge gibt es die Möglichkeit Kommentare zu verfassen. Vom Thema abhängig entstehen an diesem Punkt kontroverse Debatten über die Thematik, häufig aber auch über das Format ZDF login an sich. Die User werden außerdem immer mit „Du“ angesprochen.

Auffällig ist, dass die Redaktion nur sehr selten oder gar nicht moderierend auf diese Diskussionen einwirkt, weshalb diese häufig vom eigentlichen Thema abweichen.

Am Tag der Sendung werden dann Blogeinträge mit Fotos der Gäste und einer ihrer Haltung entsprechend zugespitzten Aussage veröffentlicht.

Gäste und ihre ThesenQuelle: https://www.facebook.com/ZDFlogin?fref=ts

Abb2. Screenshot: Gäste und ihre Thesen
Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/

Die User werden daraufhin aufgefordert den Gästen Fragen zu stellen, die Sie dann in der Sendungsrubrik „login direkt“ in zwei Minuten beantworten müssen. (Die Zuschauer werden in der Livesendung dann aufgefordert für eine der beiden Aussagen zu stimmen, um so einen „Gewinner“ zu ermitteln“.

Schaltfläche - Fragen stellenQuelle: Abb2. Gäste und ihre ThesenQuelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/

Abb3.Screenshot: Schaltfläche – Fragen stellen
Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/

Die Abstimmung findet über ein Poll-Tool direkt auf dem Blog statt.) Diese Fragen werden von den Nutzern meist direkt per Kommentar unter den Blogeintrag gepostet. Allerdings gibt es in der rechten Navigationsleiste des Blogs auch eine eigene Schaltfläche um Fragen einzureichen.

Analog zum Blog werden auch auf der Facebook-Fanpage eine Woche vor einer neuen Sendung Thematik und Gäste vorgestellt. Die Posts sind dabei sowohl in Wort als auch Bild identisch zu denen des Blogs. Kommentare und Diskussionen der User unter den einzelnen Einträgen werden außerdem wie schon oben beschrieben nicht kommentiert oder moderiert.

Am Tag der Sendung wird meist gegen Mittag auf die Sendung sowohl im TV als auch im Livestream hingewiesen. Per Hyperlink wird außerdem auf den Livechat (Diskussionstool) während der Sendung verwiesen. Genau wie im Blog wird auch auf Facebook in einem Post nach Fragen an die Diskutanten gebeten. Diese werden von den Usern dann als Kommentar direkt unter diesen gepostet.

Alle Posts, sowohl vor der Sendung als auch am Tag der Sendung sind die selben wie auf Blog und Facebook. Auf Kommentare der User wird genau wie oben beschrieben nicht eingegangen.

Auffällig ist, dass der Twitterkanal im Gegensatz zu Blog und Facebook deutlich häufiger, also mehrmals am Tag mit Tweets gepflegt wird. Dies begründet sich wahrscheinlich in der Microblogging- Stuktur, in der mehrere Tweets pro Tag einen höheren Verbreitungsfaktor versprechen. Außerdem werden Posts anders als bei Facebook nicht einfach vom Blog übernommen, sondern, zwar meist mit gleichem semantischem Inhalt, mit anderen, kürzeren Sätzen betitelt. Dies begründet sich wahrscheinlich in der Begrenzung von 140 Zeichen pro Tweet.

Die Hinweise auf Thema und Gäste entsprechen inhaltlich Blog und Facebook. Auch die Hinweise am Tag der Sendung auf die Ausstrahlung entsprechen sich.

Anders als in Blog und Facebook wird auf Tweets der User (entsprechen Kommentaren) häufiger eingegangen. Nachfragen schnell beantwortet.

In meinem nächsten Artikel geht es dann weiter mit der  Phase der Parallelkommunikation, also  der Interaktion während der Livesendung.

Quellen:

Dugan, L. (2012). How frequently should you tweet?. Online in Internet. URL: http://www.mediabistro.com/alltwitter/how-frequently-should-you-tweet-stats_b30568 (Abgerufen am 12.12.12)

ZDF Login Facebook-Fanpage. (2012). Online in Internet. URL: https://www.facebook.com/ZDFlogin?fref=ts (Abgerufen am 12.12.12)

ZDF Login Googleplus-Account. (2012). Online in Internet. URL: https://plus.google.com/+ZDFlogin/posts (abgerufen am 12.12.12)

ZDF Login Blog. (2012). Online in Internet. URL:http://blog.zdf.de/zdflogin/  (Abgerufen am 12.12.12)

ZDF Login Twitter Account. (2012). Online in Internet. URL: https://twitter.com/ZDFlogin (Abgerufen am 12.12.12)

Abbildungen:

Abb1.Screenshot:  Gäste- und Themenvorstellung
Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/ (nachträglich eingefügt am 23.01.13)

Abb2. Screenshot:  Gäste und ihre Thesen
Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/ (Abgerufen am 12.12.12)

Abb3. Screenshot: Schaltfläche – Fragen stellen
Quelle: http://blog.zdf.de/zdflogin/ (Abgerufen am 12.12.12)

Kommunikationsphasen

Wie schon im letzten Post kurz angedeutet, verläuft die Redaktion-User- und User-Redaktions- Kommunikation in drei Phasen. Der Vorabkommunikation, der Parallelkommunikation und der Anschlusskommunikation:

Vorabkommunikation

Vorabkommunikation ist dabei jede Kommunikation, sowohl zwischen der Redaktion und den Usern als auch zwischen den Usern unter sich, die vor der Livesendung geschieht. Entscheidendes Kriterium ist hier, dass die Sendung und das damit verbundene Thema zentrales Gesprächsthema ist. Diese Interaktion kann praktisch jede Form von digitaler Kommunikation annehmen, seien es Facebook-Posts, Posts oder Kommentare im Blog, Tweets, Youtube Videos oder Abstimmungen.

Die Vorabkommunikation hat mehrere Zwecke. Zum einen dient sie als Werbung für die nächste Sendung. Die User sollen so früh wie möglich in die Sendung einbezogen werden. Zudem kann so Content generiert werden, denn Fragen und Anregungen sind später Teil der Livesendung.

Parallelkommunikation

Parallelkommunikation ist jede Form der Kommunikation seitens der Redaktions, der Studiogäste und Moderatoren mit den Usern und wiederum Interaktion unter den Usern während der Livesendung über das Thema der Livesendung oder die Sendung selbst.

Die Parallelkommunikation begründet sich schon im Selbstzweck. Sie ist primäres Konzept des Formats, und entscheidend um die User an das Format zu binden, Interesse zu wecken und wichtigster Mehrwert.

Anschlusskommunikation

Die Anschlusskommunikation umfasst jede Form von Kommunikation seitens der Redaktion, der Studiogäste (z.B. Livechat) und Moderatoren mit den Usern  nach der Livesendung.

Sie dient der Nachbereitung des in der Sendung behandelten Contents und liefert einen Mehrwert, der über die Livesendung hinaus geht.

Edit vom 13.02.13 : Eine Präsentation der HMTMH Hannover Zeigt diese drei Phasen und weitere Ausführungen über Social TV noch einmal sehr ausführlich :

Abbildungen:

Abb1. – Drei Phasenkommunikation in Social TV. Grafik angelehnt nach hmtmh Hannover Quelle: http://de.slideshare.net/chrias/wer-nutzt-social-tv-studie-des-instituts-fr-journalistik-und-kommunikationsforschung-ijk-der-hochschule-fr-musik-theater-und-medien-hannover-hmtmh (Abgerufen am 08.12.12)

Konkret: Digitale Kommunikation bei ZDF login / Wer ist Kommunikator?

Entscheidender Faktor auch bei digitaler Kommunikation ist die Kommunikation an sich. Deshalb werde ich in der nächsten Folge von Artikeln in Anlehnung an die Lasswellformel auf das Wie, Wo und Wann der Interaktion von ZDF login mit seinen Usern und  den Usern unter sich eingehen. Zunächst gilt es also herauszuarbeiten wer zentrale Kommunikatoren sind.

Wer kommuniziert?

  • Redaktion

Aus Ermangelung an offiziellen Informationen oder Pressemitteilungen kann ich hier leider nur Vermutungen anstellen und Beobachtungen wiedergeben.

Analog zu klassischen Redaktionssystemen wird es wohl eine Themenredaktion geben, die relevante Themen recherchiert und für das Format aufbereitet. Diese wird eng mit einer Onlineredaktion verknüpft sein, welche die verschiedenen Kommunikationskanäle bespielt und moderiert. Entscheidend ist hier wahrscheinlich eine enge Verzahnung beider Redaktionen, um Anregungen aus den Onlinekanälen mit in die Sendung einfließen zu lassen.

  • Moderatoren

Die Moderatoren fungieren primär als Vermittler zum einen zwischen den Studiogästen und zum anderen zwischen den Studiogästen und den Usern. Dabei gibt es immer einen Hauptmoderator, der die Diskussion der Studiogäste anleitet und dirigiert und einen Co-moderator, der Fragen, Gegenfragen, Anregungen oder Kritik an die Studiogäste weiterleitet und gegebenenfalls Antworten und Rückfragen der Studiogäste rückvermittelt. Die Kommunikation mit den Usern erfolgt dabei zum einen über gesprochene Sprache, zum anderen über einen großen Touchscreen, der in einen Tisch im Studio eingelassen ist und von dem die Userinteraktion scheinbar zentral gesteuert wird.

Zudem werden ständig über einen Liveticker Meinungen und Kommentare der User aus Twitter, Facebook, Google+ und dem Diskussionstool des Blogs eingeblendet. Höchstwahrscheinlich werden alle in der Sendung besprochenen und eingeblendeten Meinungsäußerungen und Fragen der User vor der Veröffentlichung durch die Redaktion gefiltert.

  • Studiogäste

Die Studiogäste diskutieren meist zunächst unter sich und möglicherweise mit einem weiteren Gast, der als experte für die jeweilige Thematik fungiert. Ab einem gewissen Punkt werden in der Livesendung dann aktiv Äußerungen der User mit einbezogen auf die sich die Diskutanten dann beziehen müssen. So wird eine Diskussion zwischen den Usern und den Diskutanten möglich. Als Schnittstelle dient hier meist der Co-moderator am oben beschriebenen Touchscreen.

In der Sendungsrubrik login-direkt müssen die Studiogäste dann in einer 2 Minütigen Zeitspanne auf möglichst viele der von den Usern vor der Sendung gestellten Fragen eingehen. Hier gilt es mit stichhaltigen Argumenten die Gust der User zu gewinnen, die dann mittels Facebook, Google+ und dem Poll-Tool des Blogs abstimmen, welcher der Gäste überzeugender war.

Ausblick

Jede Sendung von ZDF login durchläuft die drei Kommunikationsphasen Vorabkommunikation, Parallelkommunikation und Anschlusskommunikation welche ich im nächsten Artikel näher beschreiben werde. Dabei gehe ich für jede Phase einzeln auf jeden genutzten Kommunikationskanal ein.

Abbildungen:

Abb1. Drei Kommunikationsphasen von Social TV

Quelle: http://de.slideshare.net/chrias/wer-nutzt-social-tv-studie-des-instituts-fr-journalistik-und-kommunikationsforschung-ijk-der-hochschule-fr-musik-theater-und-medien-hannover-hmtmh

Zutrittsbarrieren durch kommerzielle Social Media Anbieter?

Bei der Recherche für einen anderen Artikel bin ich heute auf diesen Blogeintrag  von vorgestern gestoßen.  Der Artikel spart zwar nicht an teils unbelegter Kritik, macht aber auf ein Problem aufmerksam, dessen ich mich auch widmen will:

Ist es für ein Format, das auf einem Öffentlich- Rechtlichen Sender läuft, vertretbar zum Zwecke der Interaktion stark auf private Anbieter wie Facebook, Twitter und Google+ zu setzten?

Um diese Frage zu beantworten sollte man sich zunächst das Prinzip des Formats verdeutlichen. Es beruht (wie schon hier beschrieben) auf Interaktion mit den Nutzern. Diese wollen dort abgeholt werden, wo sie sich präferierter Weise aufhalten. – Also in ihren schon bestehenden Netzwerken.  Diese sind zumeist kommerzielle Anbieter wie Facebook und Twitter.

Auf der einen Seite stehen also hohe Nutzerzahlen, die „login“ eine große Reichweite ermöglichen, aus denen dann möglicherweise auch hohe Interaktionsraten resultieren können.

Auf der anderen Seite werden Nutzer, welche die einschlägigen Dienste aufgrund verschiedenster Motive nicht nutzen wollen oder können, von einem Großteil der Interaktionsmöglichkeiten ausgeschlossen. Vor dem Hintergrund eines Versorgungsauftrags für alle Deutschen erscheint dies als problematisch.

Dennoch bietet  „ZDF login“ neben seinen Aktivitäten in den geschlossenen Diensten Facebook, Twitter und Google+ zusätzlich einen öffentlich zugänglichen Blog (http://blog.zdf.de/zdflogin/) an, in dem ein Interaktionstool integriert ist. Es besteht somit zumindest ein Angebot für Menschen, die keine der oben genannten Social Media Dienste nutzen.

Ob dies nun ein ausreichendes Angebot für Menschen darstellt, die keinen privaten Social Media Dienst nutzen wollen kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden, da hierfür der Einfluss auf die Sendung aus den jeweiligen Interaktionstools und die Interaktion an sich quantitativ Analysiert werden müsste und dafür zu diesem Zeitpunkt nicht die Mittel bereit stehen.

Nichtsdestotrotz empfinde ich persönlich das angebotene öffentlich zugängliche Interaktionstool als ausreichend, um eine Präsenz in den Relevanten privaten Social Media Diensten zu rechtfertigen. Andersherum wäre der Aufschrei groß, verzichtete man aus den oben genannten Gründen auf eine Präsenz. Dies wäre wohl alles andere als Zeitgemäß.

Quellen:

MisterEde. (2012). Heuchelei, Werbung und Zuschauertäuschung bei ZDF login. Online in Internet. URL:

http://www.mister-ede.de/medien/heuchelei-bei-zdf-log-in/1489 (Abgerufen am 14.11.12)

ZDF. (2012). ZDF login. Online in Internet. URL: http://blog.zdf.de/zdflogin/ (Abgerufen am 14.11.12)

Abbildungen:

Abb.1 – Screenshot: Facebook Nutzerzahlen 20010 – 2013 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/70189/umfrage/nutzer-von-facebook-in-deutschland-seit-2009/ (Aktualisierter Stand: 10.01.13)

Abb.2 – Screenshot: Twitter Nutzerzahlen bis 2012
Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/232401/umfrage/monatlich-aktive-nutzer-von-twitter-weltweit-zeitreihe/ (Aktualisierter Stand: 10.01.13)