Archive | February 2013

En fin – Schlussreflexion

Nach meiner inhaltlichen Schlussreflexion möchte ich noch einmal die letzten Wochen des Schreibens revue passieren lassen, um vielleicht auch Schlüsse für die Zukunft ziehen zu können.

Der anfängliche Plan, vom Generellen ins Konkrete vorzugehen, hat sich als für mich passend erwiesen. Die Orientierung an der Lasswell Formel war zudem eine gute Stütze, vor allem auch um einen gewissen roten Faden beizubehalten. Meine Angst, die Inhalte nicht genügend  theoretisch fundieren zu können, hat sich für unbegründet erwiesen.  Grade neuartige, innovative Thematiken machen das wissenschaftliche Arbeiten und die Theoriesuche meines Erachtens erst interessant.

Die Arbeitsweise mit dem Blog, als eigenes Mittel digitaler Kommunikation über digitale Kommunikation hat sich für mich als nützlich erwiesen, da so auch spontan immer wieder neue Einflüsse einbezogen werden konnten. Für das wissenschaftliche Arbeiten ist der Blog dennoch meiner Meinung nach eher weniger geeignet, denn Lesererwartung und Leseempfinden verlaufen, wie Jan es schon sagt, konträr. Als Mittel des Austauschs in der Learning Community mit meinen Kommilitonen hat der Blog sich allerdings als äußerst hilfreich erwiesen. Probleme konnten so schnell gelöst werden und über die Kommentare ist unter uns echter Dialog entstanden. Und das ist es, was Digitale Kommunikation im Kern ausmacht.  Die Strategie, Basistheorien in der Community schwerpunktorientiert aufzuteilen, um so von den einzelnen Gegebenheiten der anderen zu profitieren und um effizienter zu arbeiten, hat sich als sehr Nützlich erwiesen. Dies war auch immer wieder ein Anreiz die Projekte der anderen zu besuchen.

Inhaltlich glaube ich, gut vorgegangen zu sein. Besonders die Aufteilung des Formats in drei Kommunikationsphasen erachte ich als sinnvoll. Ich hätte zwar prinzipiell gerne noch weitere Formen des Social TV behandelt, dennoch bin recht zufrieden mit dem Erreichten. Die Zukunft bietet diesbezüglich zudem alle Möglichkeiten. Generell bin ich der Meinung, dass Bloggen über einen solch kurzen Zeitraum nur begrenzt sinnvoll ist, aber so ist nun mal die Zielsetzung des Seminars. Ich werde diesen Blog wie anfangs postuliert weiterführen. Das Bloggen an sich empfinde ich als eine probate Art sich mit Themen der digitalen Welt auseinanderzusetzen.

Meine anfangs geäußerten Zweifel über die Stilistik dieses Blogs sind größtenteils verflogen. Ich bin der Überzeugung einen guten Mittelweg zwischen kurzweiligem Schreibstil und Wissenschaftlichkeit beschritten zu haben. Meine Community-Mitglieder haben mir das bestätigt. Ähnlich verhält es sich mit dem schon oben erwähnten roten Faden. Ein Plan, der festlegt, welche Schritte man gehen möchte ist zwar essentiell, dennoch ist es äußerst hilfreich die Augen nach immer neuen Einflüssen offen zu halten und das Portfolio ständig zu erweitern.

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich das Bloggen definitiv als Raum der Auseinandersetzung mit für mich interessanten Themen zu schätzen gelernt habe und es nur weiterempfehlen kann. Vor allem auch zur Kreation einer Präsenz des eigenen Schaffens im Internet. Für das wissenschaftliche Arbeiten werde ich mich allerdings wohl wieder auf eine klassische Offlinestruktur zurückbesinnen.

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ZDF login – Absolute Mehrheit, Fazit und Zukunftsaussichten

Ich befinde mich nun zumindest am Ende meiner Reihe für Digitale Kommunikation am Beispiel ZDF login. Daher nun soweit wie möglich ein inhaltliches Fazit:

ZDF login wird seit dem Sendestart 2011 als innovatives Format beworben, dass seine Rezipienten, vorwiegend junge Menschen, mittels Social Media aktiv einbezieht. Diese Aussage hat sich mir während meiner Recherchen durchaus bestätigt. Innovativ ist das Format allemal. Die neue Raab-Talkshow „Absolute Mehrheit“ adaptiert einen Großteil des Konzepts, mit ein paar Änderungen für das Privatfernsehen, relativ erfolgreich.

Zudem ist mir bis zum jetzigen Zeitpunkt kein anderes Format bekannt, welches so aktiv bemüht ist, Soziale Medien in Diskussionen politischen Hintergrunds einzubeziehen, um so die User zu beteiligen. Dies gelingt allerdings leider nur bis zu einem gewissen Punkt.

Wie in den Kommunikationsphasen und in meinem inhaltlichen Zwischenfazit dargelegt, wird vor allem vor der Sendung und nach der Sendung nur wenig bis gar nicht interagiert. Besonders Facebook und Google plus stechen heraus. Kommentar-Moderation und Redaktions – User Interaktion finden praktisch nur einseitig nämlich vom User ausgehend statt.  Hier steht vor allem One-Way- Kommunikation auf der Agenda. Youtube Formate wie „Ponk“ zeigen hier wie es besser geht. Von einem öffentlich-rechtlichen Format mit deutlich mehr Geldmitteln ist hier meines Erachtens mehr zu erwarten.

Ein weiteres Problem sehe ich in der meist dualen Besetzung der Studiogäste. Dies zwingt die Redaktion noch krasser als in anderen klassischen Talkshows dazu, Fronten zu schaffen. Daraus resultiert meist ein Geschacher um die Zuschauermeinung, die hier zudem noch über die sozialen Medien direkt ins Studio übermittelt wird. Ein bis zwei Gäste mehr würden der Sendung sicherlich gut tun.

Ähnlich problembehaftet sehe ich die Integration der User in die Livesendung. Zwar werden in meiner subjektiven Sicht im Vergleich zu anderen Formaten mit einem Social TV-Anspruch, User- Meinungen und Fragen überdurchschnittlich häufig eingebunden, dennoch sehe ich hier noch Steigerungspotential. Bezeichnend ist, dass Social Media Einflüsse erst ab einem gewissen Punkt in der Sendung einbezogen werden. Die Sendungsrubrik login direkt sehe ich hier als Positivbeispiel. Die Diskutanten unter Zeitdruck zu schnellen Antworten auf die Fragen der User zu zwingen ist ein interessanter Ansatz. Ähnlich verhält es sich mit dem Livechat nach der Sendung. Interessierte Nutzer können hier mit den Studiogästen interagieren. Dies funktioniert allerdings wiederum nur mit dem Livechattool des Blogs. Die Twitterviews, die in letzter Zeit häufiger stattfinden wären hier eine gute Erweiterung.

So oder so ist ZDF login als Polit-Format mit seinem Social Media-Einsatz einzigartig und in dieser Hinsicht innovativ. Es könnte meiner Ansicht nach auch problemlos im Hauptprogramm des ZDF laufen. Ein Interview mit ZDF Chefredakteur Peter Frey bestätigt dies.

Social TV ist sicherlich ein Aspekt, der die zukünftige Fernsehlandschaft bestimmen wird. Sowohl für den Werbemarkt als auch für neuartige Nutzensversprechen der Fernsehanstalten ist es unerlässlich die Rezipienten in Sendeformate mit einzubeziehen. Dass ein Bedürfnis danach seitens der Rezipienten besteht, wird durch verschiedene Studien bestätigt. Allerdings gilt es nicht auf Teufel komm raus zu sozial zu kommunizieren. Für Innovationen in der Usereinbindungen besteht definitiv noch Luft nach oben. Formate wie Dina Foxx oder der Tatort zeigen, dass vor allem Unterhaltung ein großes Potential für Soziales Fernsehen bieten. Für Fernsehanstalten heißt das, Entwicklungen voran zu treiben und Mut bei der Implementierung von Innovationen zu beweisen.

Quellen:

Mantel, U. Raabs Polittalk “Absolute Mehrheit” stürzt massiv ab. 2012. Online in Internet. URL: http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/39642/raabs_polittalk_absolute_mehrheit_stuerzt_massiv_ab/ ( Abgerufen am 20.02.12)

Beuth, P. “Twitterview” – Experiment des Regierungssprechers misslingt. 2012. Online in Internet. URL: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-03/regsprecher-seibert-twitter-interview/seite-1 (Abgerufen am 20.02.12)

Generation Gap – Social TV nur für junge Menschen?

Ich habe in den vergangenen Tagen noch einmal über die Zielgruppen des Formats nachgedacht und bin dabei auf ein generelles Problem von social TV Formaten gestoßen.

Wenn man im Sinne von Relevanz für das eigene Thema von demographischem Wandel spricht, so ist dieser nicht einseitig zu betrachten. Neue, innovative Formate sollen den Öffentlich- Rechtlichen neue, junge Zuschauergruppen einbringen. Aber die reine Konzentration auf junge Zielgruppen kann auch nicht der richtige Weg sein. Der demografische Wandel  lässt sich bekanntlich nicht aufhalten – schon 2050 dürften über 50 Prozent der Bevölkerung im Rentenalter sein.

Sind Menschen ab einem Alter von 50 und mehr Jahren stark genug auf sozialen Plattformen vertreten, um von Social TV Angeboten wie ZDF login zu profitieren?

Ich startete meine Recherche mit der Hypothese, dass ältere Menschen nicht stark genug auf sozialen Plattformen vertreten sind, um einen entscheidenden Mehrwert aus Social TV-Angeboten zu ziehen.

Diese sollte sich schnell als falsch erweisen, wie die folgende Grafik anschaulich beweist:

Link zu Grafik

Die dargestellten Zahlen resultieren zwar aus einer US-Studie, trotzdem ist anzunehmen, dass ein ähnlicher Trend in Deutschland auch stattfindet.

Der subjektiven Eindruck, dass sich der Diskurs in Formaten wie ZDF login dennoch eher in jüngeren Zielgruppen abspielt ist für mich kaum zu leugnen. Ich begründe das zum einen mit der Positionierung der Formate durch die Sender (Siehe Interview mit Peter Frey), zum anderen aber auch mit den Fernsehgewohnheiten älterer Mitbürger. So schalten Menschen mit einem Alter ab 50 Jahren präferiert das Hauptprogramm der ARD (72 %) und das Hauptprogramm des ZDF (70%) ein. Positionierung des  Formats und Sehgewohnheiten verlaufen hier also konträr. (vgl. Hesse-Gottschalk, 2003)

Dennoch erstreckt sich hier sicherlich ein großes Feld für zukünftige Social TV Angebote. Meines Erachtens kann es sich kein Kanal leisten die ältere Zielgruppe für  solche Angebote auszuschließen.

Quellen:

Hesse-Gottschalk, B. 2003. Ältere Menschen und Kommunikationsmedien. S. 34. Online in Internet. URL: http://www.angewandte-sozialwissenschaften.fh-dortmund.de/diederichs/pdfs/Hesse-Gottschalk.pdf (Abgerufen am 12.02.13)

Manx Kommunikationsagentur. 2013. Generation 50+ erobert Social Networks. Online in Interner. URL: http://www.manx.de/generation-50-erobert-social-networks/ (Abgerufen am 12.02.13)

Abbildungen:

Abb1 -Sreenshot – Demographischer Wandel bis 2050 Quelle: http://www.talential.com/blog/social-media/demographischer-wandel-wie-aktiv-ist-die-generation-50-plus-im-social-media/ (Abgerufen am 12.02.13)